Projektplanung und Perspektiven der
Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung


Weiterentwicklung und Ausbau

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Die Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung verfolgt das Ziel, Burg Hülshoff in Verbindung mit Haus Rüschhaus inhaltlich neu zu profilieren und auszubauen als Droste-Kulturzentrum Burg Hülshoff | Zukunftsort Literatur.
Der innovative Literatur- und Kulturort soll sich regional und überregional etablieren als Ort der Künste, der Bildung, der Muße und der Arbeit gleichermaßen. Als Veranstaltungsstätte, als Museumsort und als Forum der kreativen Ideen wird mit einem vielfältigen Programmangebot in unterschiedlichen Sparten eine breite Öffentlichkeit angesprochen werden.

Die strukturelle Weiterentwicklung ist als modularer Stufenplan in einem Zeitrahmen von fünf bis zehn Jahren vorgesehen – abhängig von den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln. Sie umfasst sechs wesentliche Komplexe:

1. Ausbau der Vorburg von Burg Hülshoff als multifunktionale Veranstaltungs-, Lern-,
Denk- und Kommunikationsstätte

Die derzeit leer stehende, weitläufige Vorburg, die auf zwei bis drei Ebenen ausgebaut werden kann, hält mit ca. 2.400 qm Grundfläche insgesamt (Bruttofläche, mit den Ebenen Erdgeschoss, erstes Geschoss und Dachgeschoss) ein umfangreiches Raumangebot bereit. Die Vorburg soll sich als neuer Kern des Anwesens entfalten und mit dem zu entwickelnden umfangreichen Programm- und Nutzungsangebot den neuen Anspruch Hülshoffs als innovativer und kreativer Kulturort prägen.

2. Ausbau des Verbindungsweges zwischen Hülshoff und Rüschhaus als erlebbarer Lyrikweg
Der etwa fünf Kilometer lange Fußweg zwischen Rüschhaus und Hülshoff, den schon Annette von Droste-Hülshoff zurücklegte, soll als interaktiver Lyrikweg ausgebaut werden. An mehreren Stationen entlang des Weges werden Literatur der Droste ebenso wie Texte von Lyrikerinnen und Lyrikern der Gegenwart hörbar, lesbar und erlebbar werden. Die Weggestaltung soll die spezifischen
Landschaftstexte Annette von Droste-Hülshoffs mit einbinden und die beiden Orte in einen neuen Dialog zueinander bringen.

3. Entwicklung des Parks von Burg Hülshoff als literarischer Landschaftsgarten
Der Garten- und Parkbereich der Burg soll neu akzentuiert und als ‚Literaturgarten‘ ausgebaut werden. Die behutsame Umgestaltung der einzelnen Parkbereiche lässt historisch gewachsene Strukturen unberührt, so dass der Park als Gesamtanlage im Großen sein
jetziges Gesicht behalten wird.

4. Einrichtung eines Droste-Instituts/Droste-Kompetenzzentrums
Die Droste-Forschungsstelle, deren Basis eine weltweit einmalige Droste-Spezialsammlung und umfassende Forschungsbibliothek ist, soll in der Burg einen neuen, repräsentativen Ort finden und als Droste-Institut / Droste-Kompetenzzentrum ausgebaut werden.

5. Ausbau des Netzwerks ‚Literatur‘ in und für die Region
Von Hülshoff ausgehend soll ein Netzwerk der Literaturorte in der Region, der Literaturmuseen und Gedenkstätten, entwickelt, sukzessive in der Fläche ausgebaut und in die Öffentlichkeit transportiert werden.

6. Neugestaltung des Familienmuseums im Hauptgebäude der Burg als innovatives Droste-Literaturmuseum
Die Überarbeitung der bisher als Familienmuseum betriebenen Räumlichkeiten soll im Wesentlichen unter dem Fokus ‘Annette von Droste-Hülshoff – Leben und Werk‘ geschehen, zumal eine entsprechende museale Würdigung der Autorin bisher nicht existiert. Parallel dazu vermittelt Haus Rüschhaus als authentisch erhaltener Wohnort eindrucksvolle Einblicke in das Leben der Autorin.

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Grundlage

Die Gründung der Stiftung wurde federführend von der Kulturdezernentin des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), Dr. Barbara Rüschoff-Thale, vorangetrieben. Die in diesem Rahmen notwendigen vielfältigen Arbeiten wurden von Mitarbeitern der LWL-Kulturabteilung sowie hinzugezogenen Experten begleitet. Ausgangspunkt und Keimzelle aller inhaltlichen und kontextbezogenen Entwicklungen ist die Fachkompetenz der Droste-Forschungsstelle der LWL-Literaturkommission für Westfalen.

Der Prozess der konzeptuellen Weiterentwicklung von Burg Hülshoff wird aktuell von einer vierköpfi-gen, beim LWL eingerichtete Arbeitsgruppe gesteuert, die aus Fachleuten der LWL-Kulturabteilung (Heike Herold, Kerstin Wiechers, Svenja Boer) und der LWL-Literaturkommission (Dr. Jochen Grywatsch) besteht. Die Zuständigkeit für die laufenden Wirtschaftsbetriebe (v.a. Gastronomie, Museumsbetrieb, Verpachtung, Verkaufsmessen etc.) liegt bei der Geschäftsführerin der Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung, Elisabeth Frahling. Auf die Notwendigkeit einer Personalausstattung, die neben der aktuellen Geschäftsführerin einzurichten ist, wurde eingangs bereits hingewiesen.

Bisherige Schritte und aktueller Planungsstand:

Studierendenprojekt zum Entwicklungspotential Burg Hülshoff:
An der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz wurde im Wintersemester 2012/13 ein Studierendenprojekt (Architekten, Kommunikationsdesigner) durchgeführt mit dem Ziel, die Potentiale des Entwicklungsprojekts Hülshoffs weiter zu konkretisieren. Fünf Studierendengruppen erarbeiteten ihre Visionen eines zukünftigen Kulturorts Burg Hülshoff.
Die so entstandenen Konzeptstudien bilden ein Reservoir an Ideen und Inspirationen im Prozess der konzeptionellen Weiterentwicklung.

erfolgreiche Projektqualifizierung „Regionale 2016“: zukunftsland
Das Projekt der Weiterentwicklung von Burg Hülshoff ist 2013 als „Regionale“-Projekt (Qualifizierungsstufe C) anerkannt worden. Ausgearbeitet wurde dafür ein umfassender Antrag Droste-Kulturzentrum Burg Hülshoff | Zu-kunftsort Literatur, der das Gesamtkonzept des geplanten Ausbaus darstellt und im Besonderen die Teilkomplexe 1 „Ausbau der Vorburg“ und 2
„Lyrikweg“ entwickelt. Mittels einer baufachlichen und wirtschaftlichen Machbarkeitsstudie für den Ausbau der Vorburg und einer weiteren Detailschärfung des Gesamtkonzepts wird die Qualifizierung für die Stufe B angestrebt, die Anfang 2015 erreicht werden soll. Außerdem gilt es, die Planungen zur Entwicklung des Lyrikwegs zwischen Burg Hülshoff und Haus Rüsch-
haus zu konkretisieren. Begleitend müssen Sponsoring-Mittel akquiriert und weitere Finanzierungsmöglichkeiten gefunden werden.

Gartenkolloquium zur Entwicklung des Garten- und Parkgeländes:
Im Rahmen eines Workshops, an dem im Mai 2014 ausgesuchte Fachleute teilnehmen, wird der Frage nachgegangen, wie die Konzeptidee eines literarischen Landschaftsgartens mit der denkmalfachlichen behutsamen Instandsetzung des Parks einhergehen kann und gleichzeitig die bisherigen und künftigen Nutzerinteressen z.B. im Rahmen von Großveranstaltungen berücksichtigt werden können. Auch die Möglichkeiten der Gestaltung eines „literarischen Kinderspielplatzes“, für den während der Münsteraner AaSeerenaden 2013 bereits eine Spendenaktion durchgeführt wurde, werden im Rahmen des Kolloquiums mitgedacht.

Angebotsentwicklung Museumspädagogik:
Um das Angebot der Burg Hülshoff für alle Gäste, insbesondere für Familien, Kinder und Jugendliche attraktiver zu gestalten, ist die Entwicklung von museumspädagogischen Angeboten für verschiedene Altersgruppen vorgesehen. Die vorbereitenden Planungen sind auf den Weg gebracht; erste Konzeptstudien werden entwickelt. Mittelfristiges Ziel ist es, Burg Hülshoff gerade für Schulen und Familien zu einem attraktiven Ausflugsziel zu entwickeln.

Ausbau Veranstaltungsprogramm:
Auch wenn dafür viel Improvisation notwendig ist: Burg Hülshoff soll auch in der Phase der Veränderung und des Umbruchs als lebendiger Ort der Kultur wahrgenommen werden. Daher werden neben dem bisherigen Angebot sukzessive neue Veranstaltungsformate und kulturell anspruchsvolle Veranstaltungsprogramme konzipiert worden.

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Fazit

Die Weiterentwicklung und Qualifizierung von Burg Hülshoff ist ein äußerst lohnendes und anregendes, gleichwohl mühevolles und viele Ressourcen beanspruchendes Großprojekt. Es ist nicht kurzfristig angelegt, sondern nur durch viele kleine und große Schritte sukzessive voranzubringen. Mit dem Engagement Vieler kann hier etwas ganz Besonderes entstehen. Es lohnt sich, sich dafür zu engagieren und zum Gelingen beizutragen!


Zusammenfassende Informationen zur Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung erhalten Sie hier als PDF-Download